Nachrichten für Unternehmer

Mehr körperliche Bewegung im Arbeitsalltag gewünscht

21.10.2013 - Der Arbeitsalltag deutscher Arbeitnehmer ist eher bewegungsarm und die Unzufriedenheit damit sehr groß. Rund 70 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten nur im Sitzen oder bewegen sich allenfalls mäßig. Dieser Zustand betrifft deutlich mehr Frauen (87 Prozent) als Männer (57 Prozent). Mehr als jeder Zweite von ihnen möchte diese Situation gerne ändern. Dies geht aus der Umfrage "Beweg Dich, Deutschland!" hervor, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) durchgeführt hat.

Dürftiges Bewegungsangebot in Betrieben

Wunsch und Wirklichkeit driften in der Realität weit auseinander. Nicht einmal die Hälfte aller Beschäftigten schaffen es zwischendurch einmal aufzustehen, sich zu recken oder zu strecken. Etwa 52 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass der Arbeitgeber für ausreichend Bewegung seiner Mitarbeiter verantwortlich ist. Ihrer Meinung nach soll dieser ausreichend Angebote dafür schaffen. Dem widersprechen vier von zehn Berufstätigen: Ob sie sich bewegen oder nicht, halten sie in erster Linie für Privatsache. Beim Bewegungsangebot in Betrieben ist grundsätzlich noch Luft nach oben. Neun von zehn Berufstätigen werden von ihrem Vorgesetzten nicht bei sportlichen Aktivitäten unterstützt. Auch die Kollegen sind in der Hinsicht laut Umfrage weder motivierend noch unterstützen sie ihre Kollegen.

Wünsche an den Arbeitsplatz

Fast jeder dritte Befragte hat keine Chance, sich während der Arbeitszeit zu bewegen, obwohl sich genau das viele Beschäftigte wünschen. Zu den häufigsten Wünschen zählen insbesondere ein ergonomischer Arbeitsplatz (44 Prozent), Gesundheitskurse direkt im Unternehmen (37 Prozent) und gute Fahrradabstellmöglichkeiten (30 Prozent). Der Vergleich mit dem tatsächlich bestehenden Angebot zeigt, dass vor allem ergonomische Arbeitsplätze (13 Prozent) und Gesundheitskurse im Unternehmen (17 Prozent) häufiger angeboten werden könnten.

Angebote werden unzureichend genutzt

Die Studie hat allerdings auch offengelegt, dass die Verantwortlichkeit für mehr Bewegung nicht alleine beim Arbeitgeber liegt. Selbst bei einem großen Bewegungsangebot im Betrieb greifen nur Teile der Belegschaft darauf zurück. So werden vorhandene Duschen, Umkleideräume oder Spinde ebenso wie der ergonomische Arbeitsplatz von den meisten genutzt. Aber nicht einmal die Hälfte der Berufstätigen nimmt die restlichen Angebote, wie Betriebssport, wahr. Rund zwei Drittel der Befragten mit speziellen Leiden nutzen Gesundheitskurse im Unternehmen. Auch die Befragten, deren Rücken oder Gelenke schmerzen, sind aktiv. Acht von zehn machen bei organisierten bewegten Arbeitspausen mit und jeder Zweite nutzt betriebsinterne Gesundheitskurse.

Wichtig zum Erhalt der Gesundheit

"Dauerhaftes Sitzen belastet den Rücken, führt zu Verspannungen oder gar zu Rückenbeschwerden, wenn die Arbeitnehmer nicht für einen bewegten Ausgleich sorgen. Daher ist es empfehlenswert, regelmäßig Bewegungspausen einzulegen. Treppen laufen, stehend telefonieren oder sich zwischendurch bewusst recken und strecken: Das sind kleine Bewegungseinheiten, die sich in jeden Tagesablauf integrieren lassen", weiß Beate Helbig, TK-Bewegungsexpertin. "Wichtig ist der Erhalt der Gesundheit auch im belastenden Arbeitsalltag. Dafür müssen sich Arbeitgeber und Mitarbeiter gleichermaßen einsetzen."

redaktionell verantwortlich: mittelstanddirekt