Nachrichten für Unternehmer

Studie prognostiziert Digitalisierung des Konfliktmanagements

03.01.2014 - Einer aktuellen Studie zufolge gehört der Rechtsstreit als eine der letzten Bastionen des papiernen Schriftverkehrs bald der Vergangenheit an. Die Kostenvorteile außergerichtlicher Streitbeilegungsverfahren werden durch den Fortschritt der Kommunikationstechnologie noch einmal aufgewertet. Aus dem Unternehmen von morgen werden digitale Formen des Konfliktmanagements nicht mehr wegzudenken sein.

Klassischer Rechtsstreit oft zu langsam und formalistisch

Heute steht der ausgedruckte Schriftsatz noch im Zentrum der anwaltlichen Tätigkeit. In diesen Markt kommt nun aber Bewegung durch Unternehmen, die auf Angebote des digitalen Konfliktmanagements spezialisiert sind. Mit ihren Angeboten für schnelle und fokussierte Online-Kommunikation erleichtern sie die konsensuale außergerichtliche Beilegung von Rechtsstreitigkeiten erheblich und setzen gleichzeitig den klassischen Gerichtsprozess unter Zugzwang. Pioniere im Markt wie der US-amerikanische Anbieter Modria bedienen Kunden, denen das gerichtliche Verfahren zu langsam oder zu formalistisch ist. Tatsächlich sind die Fallzahlen vor deutschen Zivilgerichten seit Jahren rückläufig.

Kostenvorteile durch digitales Konfliktmanagement

Unternehmer erkennen Rechtsstreitigkeiten als erheblichen Kostenfaktor und versuchen zunehmend, intelligentes Konfliktmanagement systematisch in ihr Geschäft zu integrieren. Im Hinblick darauf zeigt der kürzlich erschienene Academicon ADR-Report 2013 die konkreten Kostenvorteile konsensualer Streitbeilegung und das Zukunftspotenzial digitaler Konfliktmanagementportale auf.

Trend zur konsensualen Beilegung

Der Leiter der Academicon-Forschungsgruppe, Martin Engel, sieht für die Zukunft noch einmal einen Bedeutungszuwachs neuer Technologien: "Im Jahre 2025 werden besonders diejenigen Unternehmer erfolgreich sein, die Konflikte mit moderner Kommunikationstechnologie konsensual bewältigen. Der Trend geht klar zu mehr unternehmerischer Eigenverantwortung und weniger juristischen Formalien." Darin spiegelt sich laut Engel ein Phänomen, das wir heute schon im Bereich der Kundenbindung von Großunternehmen beobachten: "Große Versandhäuser wie Zalando und Otto wissen, dass sie bei Problemen einen Schritt auf den Kunden zugehen müssen. Nur wer seine Geschäftspartner heute ordentlich behandelt, wird auch morgen noch Geld mit ihnen verdienen."

redaktionell verantwortlich: mittelstanddirekt