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Banken dürfen nicht mehr auf die Vorlage eines Erbscheins bestehen

16.10.2013 - Erben sind nicht mehr verpflichtet, das Erbrecht durch einen Erbschein nachzuweisen, sondern können diesen Nachweis auch in einer anderen Form erbringen. Dies entscheid der Bundesgerichtshof (BGH).

Erbvertrag oder beglaubigtes Testament als Nachweis ausreichend

Erben verstorbener Bankkunden müssen nicht zwingend dem Geldinstitut einen Erbschein vorlegen, um Zugang zum Erbe zu erhalten, so die Karlsruher Richter. Ein notarieller Erbvertrag oder ein beglaubigtes Testament reichen als Nachweis für die Erbberechtigung aus, denn der Erbschein ist mit Kosten verbunden. Erbnachweisklauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Banken benachteiligen die Erben unangemessen und sind daher unwirksam, entschied der BGH.

Zugriff auf das Konto von Verstorbenen ohne Erbschein

In unklaren Fällen hingegen können die Banken nach wie vor die Vorlage eines Erbscheins verlangen, beispielsweise wenn nur ein handschriftliches Testament vorliegt oder die Erbfolge trotz Testament nicht vollkommen klar ist. Daher ist es zu empfehlen, entweder eine Vollmacht über den Tod hinaus oder nur für den Todesfall zu erteilen. Ein Fachanwalt für Erbrecht kann Sie darüber beraten, wie durch kluge Planung und Gestaltung ein späterer Streit mit Banken und Behörden vermieden werden kann.

Urteil vom 08.10.2013 (Az.: XI ZR 401/12)

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