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Mittelstand hält Milliardeninvestitionen zurück

07.03.2014 - Der Mittelstand reagiert auf die geplante EEG-Umlage. Die absehbare steuerliche Belastung von selbst erzeugtem Strom wird den Investitionsumfang im Mittelstand stark verringern. Das ergab eine Studie des Bundesverbands der Energie-Abnehmer e.V. (VEA) unter 4.500 Verbandsmitgliedern.

Risikofaktor Nachhaltigkeit

Wenn der aktuelle Referentenentwurf zur EEG-Novelle am ersten August in Kraft tritt, entfallen Umlagen auf Strom aus Eigenerzeugung von bis zu 4,5 Cent pro kWh. Das macht die Investition in nachhaltige Stromeigenerzeugung für viele mittelständische Unternehmen zum Risiko. Fast ein Viertel der Befragten Unternehmen gab an, aufgrund der geplanten EEG-Umlage den Bau einer Eigenerzeugungsanlage abgebrochen oder zunächst nicht umgesetzt zu haben.

Unsicherheit in finanzieller Langzeitplanung

"Die noch im November geäußerten Absichten der Koalitionspartner die Wirtschaftlichkeit der Eigenerzeugung erhalten zu wollen, stehen im kompletten Gegensatz zu den nun geplanten Änderungen im EEG", kommentiert Dr. Volker Stuke, Geschäftsführer des VEA. "Dies sorgt für Unsicherheit, die sich bei mittelständischen Unternehmen vor allem bei der finanziellen Langzeitplanung bemerkbar macht. Wir schätzen, dass allein die 4.500 Mitglieder des VEA Investitionen in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro im Bereich Energieeigenerzeugung zurückhalten".

Auswirkungen auf die Energiewende

Die nicht getätigten Investitionen unter mittelständischen Unternehmen können weitreichende Folgen haben, auch auf die Ziele der Energiewende. Allein durch die Photovoltaik-Anlagen, die wegen der EEG-Umlage nicht errichtet werden, gehen Schätzungen des VEA nach nahezu 90 gWh Strom jährlich verloren. Von den in der VEA-Studie befragten 4.500 Unternehmen, nahmen 453 an der Umfrage teil. Aufgrund von Erfahrungswerten betrachtet der VEA die Ergebnisse als repräsentativ für den gesamten Bundesverband.

redaktionell verantwortlich: mittelstanddirekt